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Foto Bantle Review – Peak Design Travel Tripod

28. April 2020
Foto Bantle Review – Peak Design Travel Tripod

Die Revolution auf dem Stativ-Markt – das Peak Design Travel Tripod ist da! Das Peak Design Travel Tripod Reisestativ

“Ich habe zwar ein Stativ, nehme es aber eigentlich nie mit. Es ist einfach zu schwer und zu unhandlich, wenn ich zu Fuß unterwegs bin.” So oder ähnlich bekommen wie es immer wieder zu hören und in der Tat, das richtige Stativ zu finden ist wahrlich nicht einfach.

In unserem letzten Beitrag haben wir dazu bereits ein wenig Hilfestellung geleistet und versucht euch ein wenig darauf vorzubereiten, wenn es zum Kauf des ersten Stativs geht. Kaum ein paar Tage später wollen wir euch nun eine echte Revolution auf dem Stativ-Markt vorstellen.

Vor knapp einem Jahr hat das in San Francisco ansässige Unternehmen Peak Design mittels einer Crowdfunding Kampagne das neue und innovative Peak Design Travel Tripod vorgestellt.

Innerhalb von wenigen Stunden war das Finanzierungsziel erreicht und somit die Produktion des Stativs gesichert. Letztendlich wurden insgesamt knapp über 6 Millionen Dollar zusammengetragen, die die Weiterentwicklung und Serienproduktion gesichert haben.

Schon nach den ersten Tagen im freien Verkauf überschlagen sich die positiven Berichte über das Stativ und lassen weite Teile der Konkurrenz in vergessenheit geraten.

Was macht das Peak Design Travel Tripod so besonders?

Diese Frage klärt sich eigentlich schon fast beim ersten Anblick des Stativs. Das amerikanische Entwicklerteam hat sich besonders darauf konzentriert, den wesentlichen Makel jedes Stativs aus dem Weg zu räumen – verschwendeter Platz zwischen den Beinen, der im Endeffekt zu einem unhandlichen Packmaß führt.

Wie schon im Eingangszitat erwähnt, ist dies der häufigste Grund, warum Fotografen, sowohl Profis und Hobby-Fotografen, auf den Einsatz eines Stavis verzichten oder schlichtweg zuhause verstaubt. Das innovative Unternehmen hat deshalb von Beginn an darauf Wert gelegt, den Querschnitt, das Packmaß und das Gewicht so gering wie möglich zu halten und dabei gleichzeitig Stabilität, Bedienung und Arbeitshöhe nicht zu vernachlässigen.

In Zusammenarbeit mit vielen Nutzen und deren Rückmeldung ist das jetzige Endergebnis dabei herausgekommen und es überzeugt uns auf ganzer Linie. Markantestes Merkmal am Peak Design Travel Tripod ist die Form der Beinsegmente. Anders als bei herkömmlichen Stativen sind die einzelnen Beine nicht rund, sondern ähneln eher einem gebogenen Trapez. Dies hat zur Folge, dass das alle Beine des Stativs im zusammengeklappten Zustand eng beieinander liegen und kein unnötiger Hohlraum entsteht. So haben die Ingenieure erreicht, dass der Querschnitt des Stativs mit knapp 7,9 cm nicht größer ist, als der einer handelsüblichen Wasserflasche.

Das Peak Design Travel tripod benötigt dadurch also keine spezielle Halterung an der Tasche oder dem Rucksack, sondern kann ganz einfach verstaut werden. Die zusammengelegte Länge von ca 39 cm ist ebenfalls sehr beeindruckend behält man die maximale Arbeitshöhe von 1,52 Metern im Hinterkopf. Packt man das Stativ zum ersten Mal aus, glaubt man gar nicht, dass in der unscheinbaren kleinen grauen Tasche mit abgedichteten Reissverschluss ein ausgewachsenes Stativ stecken soll.

Beim ersten Auspacken ist zudem die große Überraschung wie gut der Kugelkopf in das Stativ integriert ist. Im zusammengelegten Zustand könnte man fast meinen, das Stativ würde ohne Kopf ausgeliefert werden.

Die Details des Peak Design Travel Tripods begeistern

Nun wo wir das offensichtliche aus dem Weg haben, können wir uns den zahlreichen Details des Stativs widmen, die schon während der Kickstarter Kampagne so begeistert haben. Der Kugelkopf des Travel Tripods nimmt kaum Platz ein im zusammengelegten Zustand und verfügt dabei trotzdem über Features, die so intuitiv wie funktional sind.

Als Schnellwechselplatte kommt natürlich auch hier die hauseigene Peak Design Platte zum einsatz. Sie ist Arca Swiss kompatibel und passt perfekt in den Peak Design Capture Clip, der bereits seit einigen Jahren zum beliebtesten Kamerazubehör zählt. Dabei verfügt der Kopf über zwei Sicherungsstifte, die verhindern das die Kamera einfach aus dem Kopf rutscht, wenn er nicht richtig angezogen sein sollte. Benutzt Ihr stattdessen lieber einen L-Winkel an eurer Kamera, könnt Ihr die Sicherungsstifte natürlich einfach entfernen. Arca Swiss Platten, wie die mitgelieferte von Peak Design, rasten mit ein wenig Druck automatisch ein und geben ein gutes Sicherheitsgefühl. Um die Systemkamera vollends zu befestigen braucht man nun nur noch einen kleinen Hebel mit einem Schloss-Symbol umlegen und schon ist die Kamera perfekt auf dem Stativkopf gesichert. An einem großen umlaufenden Ring könnt Ihn nun noch den Kugelkopf lösen, um die Ausrichtung der Kamera verändern zu können und wieder anziehen, wenn Ihr euren Bildausschnitt gefunden habt.

Der Kugelkopf und das Stativ können dabei Kameraausrüstungen mit einem gewicht von bis zu 9,1 Kilogramm tragen. Somit ist also auch die Arbeit mit großen Vollformatkameras und Teleobjektiven kein Problem. Als nächstes Detail hat Peak Design an einem der Beine eine kleine Halterung mit zwei Inbusschlüsseln angebracht. Diese tragen überhaupt nicht auf und werden dazu benötigt alle Gelenke des Stativs nachzuziehen, die Schnellwechselplatte anzubringen oder die Mittelsäule zu teilen um in den “Super Low Mode” zu gelangen. Mit letzterem könnt ihr das Stativ so nah an den Boden bringen, das auch spektakuläre Makroaufnahmen mit Leichtigkeit gelingen. Als letztes Detail wollen wir euch die Mittelsäule des Travel Tripods vorstellen – klingt zunächst langweilig, hat es aber in sich.

Am unteren Ende der Mittelsäule findet sich wie bei fast jedem Stativ ein Haken um zusätzliches Gewicht wie den Fotorucksack anzuhängen. Dies sorgt bei windigen Bedingungen für einen sicheren Stand und gewährleistet zusätzlich Stabilität. An der Säule sind jedoch noch kleine Hinweise darauf, dass sich noch etwas raffiniertes im inneren verbirgt. Nimmt man den Haken am Ende durch einen kleinen Mechanismus ab, komm im Inneren eine Handyhalterung zum Vorschein. Diese ist auf beiden Seiten mit einem Magnet gesichert, sodass sie nicht einfach aus der Mittelsäule herausfallen kann.

Im Handumdrehen kann man also sein Smartphone mit der Halterung auf dem Stativ befestigen, um auch damit Fotos oder Videos zu machen. Praktischerweise hat die Smartphone-Halterung auch den Arca Swiss Standard und rastet genauso sicher am Kugelkopf ein. Besonders hilfreich ist dies für eine schnelle Time Lapse mit dem Handy oder einer kurzen Videosequenz. genauso schnell wie die Halterung ausgepackt ist, so schnell ist Sie auch wieder in der Mittelsäule verstaut – ein wunderbares kleines Feature wie wir finden.

Die Klemmen zum Lockern und Feststellen der einzelnen Beinsegmente sind anders als bei vielen Konkurrenten komplett aus einer Aluminiumlegierung gefertigt und ermöglichen den schnellen und sicheren Aufbau des Peak Design Travel Tripods. Das robuste Material verhindert dabei Verschleiß und Schäden und spiegelt die Qualitätsgarantie des Herstellers wieder.

Optionales Zubehör zum Peak Design Travel Tripod

Beim genauen Betrachten des Kugelkopfs des Peak Design Stativs ist uns aufgefallen, dass es leider an einer separat zu entriegelnden Horizontal-Achse fehlt. Wenn ihr also öfter einmal Panorama-Aufnahmen machen wollt, dann ist der Universal Head Adapter für euch genau das richtige Zubehör. Dieser erlaubt euch den Kugelkopf des Travel Tripods abzunehmen und an dessen Stelle eine Stativbasis anzubringen, auf der jeder handelsübliche Stativkopf passt, egal ob Neiger, Kugelkopf oder spezielle Köpfe wie Gimbal Heads. So lässt sich das Peak Design Stativ auch für andere Anwendungen praktisch umbauen.

Wer am liebsten noch leichter und kleiner unterwegs ist, der kann sich zusätzlich noch das Ultra Light Conversion Kit holen. Mit diesem kleinen Zubehör-Set wird aus dem Full Size Stativ schnell und einfach ein handliches Tischstativ, dass jedoch die gleiche Tragfähigkeit behält und auch sonst nichts an Funktionalität einbüßt.

Zuletzt gibt es natürlich auch noch die obligatorischen austauschbaren Füße. Wenn du immer auf sehr rauem Terrain oder sogar Eis und Schnee unterwegs bist, dann sind die optional erhältlichen Spikes aus einer Aluminiumlegierung genau das richtige Zubehör für dich. Sie ersetzen die Gummifüße und verändern sonst nichts an dem durchdachten Formfaktor und der Designsprache des Stativs.

Unser Fazit zum Peak Design Travel Tripod

Kurz gesagt – das Peak Design Travel Tripod hat uns auf ganzer Linie überzeugt. Aber natürlich wollen wir euch noch ein paar Punkte auflisten, die verdeutlichen warum das Stativ jeden Euro wert ist und auch ihren Weg in unsere Ausrüstung finden wird. Da wäre natürlich an erster Stelle das Packmaß. Noch nie haben wir ein Stativ gesehen, das so klein zusammengelegt werden kann und gleichzeitig eine Arbeitshöhe von über 1,50 bietet. Die Tatsache, dass das Peak Design Travel Tripod sogar an kleinen Messenger Taschen unauffällig angebracht werden kann und somit immer dabei ist kann man einfach nicht von der Hand weisen. Dabei wird das Stativ in zwei Varianten angeboten – eine Variante aus einer Aluminiumlegierung, eine zweite aus Carbon.

Beide verfügen über die gleiche Ausstattung und unterscheiden sich hauptsächlich durch das Gewicht. Die Aluminiumausführung bringt mit mit allen Kleinteilen 1,56 Kilogramm und zählt damit auch schon zu den Leichtgewichten unter den Stativen. Die Ausführung aus Kohlefaser bringt sogar nur 1,27 Kilogramm auf die Waage ohne dabei an Funktionalität oder Stabilität einzubüßen. Welche vor und Nachteile die beiden Materialien haben könnt ihr in unserem Blog Beitrag zu Stativen nachlesen. Unsere Einschätzung sieht ganz einfach aus: Die Aluminiumausführung erfüllt die Anforderungen von nahezu jedem Fotografen und ist generell vollkommen ausreichend.

Das Gewicht ist ausreichend gering und die Stabilität überzeugt auch bei großer Ausrüstung. Wer jedoch viel Draußen unterwegs ist und dabei immer nach Potential zur Gewichtseinsparung schaut, der fährt von Anfang an mit der Ausführung in Carbon deutlich besser. Beide Modelle sind exzellent verarbeitet und Peak Design ist sogar so überzeugt von der eigenen Qualität der Produkte, dass sie bei Registrierung des Stativs eine lebenslange Garantie gewähren. Aber aufgepasst, um diese Garantie in Anspruch zu nehmen muss die Registrierung erfolgreich vorgenommen werden.

Neben dem genannten ist auch die Funktionalität einfach überzeugend. Der integrierte Kugelkopf erfüllt bis auf die Panoramafunktion alle Wünsche und fügt sich nahtlos in das Design ein. Abgesehen von Peak Design hat bisher nur Novoflex aus Memmingen eine vergleichbare Leistung abgeliefert, was Design und Effizienz angeht. Die Verarbeitung von beiden Varianten ist erhaben und zeigt keinen Makel.

Jedes bewegliche Teil gibt ein vertrauenerweckendes haptisches Feedback und die Benutzung ist nach kurzer Zeit bereits komplett ins Blut übergegangen. Das Stativ ist in unseren Versuchen bereits nach knapp 10 Sekunden vollständig aufgebaut und bereit um ein Foto aufzunehmen. Das Angebotene Zubehör ist sinnvoll und ergänzt das ohnehin schon umfangreiche Funktionsangebot noch um wesentliche Aspekte. Abschließend bleibt uns nur zu sagen, dass wir ein weiteres Mal mit Staunen auf ein Produkt aus dem Hause Peak Design schauen.

Wie schon der Capture Clip, die Taschen und anderen Zubehörteile überzeugt auch das Travel Tripod auf ganzer Linie und wird den Ansprüchen von Fotografen auf höchstem Niveau gerecht. Wir freuen uns schon auf die ersten Praxiseinsätze und werden euch auf dem Laufenden halten. Bis dahin, bleibt gesund und macht tolle Fotos, eurer Foto Bantle Team.