Pentax DSLR Kameras im Test

22. April 2020 Bearbeite "Pentax DSLR Kameras im Test"
 

Höher, weiter, PENTAX – Unsere Erfahrungen mit den robusten Leistungs-Wundern

Die digitale Reportage unserer Abenteuer steht immer mehr im Fokus und hat in der Vergangenheit zu mehr und mehr neuen Berufen wie Story-Teller oder Influencer geführt. Gerade der Bereich Outdoor und Reisen erfreut sich dabei immer größerer Beliebtheit. Es lockt das Erkunden von fernen und exotischen Zielen und die Unabhängigkeit von einem festen Arbeitgeber.

Viele junge Leute streben diesem Ziel nach und haben daher die Kamera als essenzielles Werkzeug entdeckt, ihre Geschichten qualitativ hochwertig festzuhalten und mit der Welt zu teilen. Dabei ist die Wahl der passenden Ausrüstung genauso entscheidend wie die Wahl die Wahl der zu bereisenden Ziele. Heut wollen wir euch daher einige Modelle und mit Ihnen eine Marke vorstellen, die nicht jeder auf dem Schirm hat, aber die sich perfekt für einen solchen Lebens- und Arbeitsstil eignet. Die Rede ist natürlich wie oben schon aufgeführt von Pentax.

Pentax K-70 – Mittelklasse mit Top-Ausstattung

Pentax ist als Kamerahersteller ein erfahrener Hase und hat bereits erfolgreich rund um den Globus Modelle vermarktet und Preise gesammelt. Besonders zu analogen Zeiten war der japanische Hersteller einer der großen Namen, insbesondere bei sehr ambitionierten Fotografen. Als sich die Kamerawelt immer mehr in Richtung digitaler Spiegelreflexkamera und spiegelloser Systemkamera verschoben hat, geriet die Marke Pentax etwas in den Hintergrund. Die Auswahl der aktuellen Pentax Kameras ist dementsprechend gering, dafür aber umso hochwertiger und leistungsfähiger.

Wir wollen heute besonders auf das Mittelklasse-Modell Pentax K-70 und die professionelle Pentax K-1 Mark eingehen. Zwei digitale Spiegelreflexkameras, die völlig zu Unrecht so wenig Aufmerksamkeit genießen. Erstere kommt klassisch und unaufgeregt daher und vermittelt direkt beim ersten Anfassen ein besonderes Wertigkeitsgefühl.

Die Pentax K-70 zeigt auf dem technischen Datenblatt zunächst viele bekannte Werte, ähnlich der Mitbewerber. So löst sie auf ihrem APS-C Bildsensor mit 24 Megapixeln auf und schießt in der Serienbildfunktion bis zu 6,6 Bilder pro Sekunde. Die Besonderheiten der Kamera stecken allerdings im Detail und stellen die Konkurrenz bei weitem in den Schatten. Das wohl herausragendste Merkmal der K-70 ist die mechanische Stabilisation des Sensors. Kein anderer Hersteller verbaut in dieser Klasse von Spiegelreflexkamera einen stabilisierten Sensor. Dadurch können auch ältere Pentax K-Bajonett Objektive von der Stabilisation profitieren und haben weiterhin ihre Daseinsberechtigung. Das Feature ermöglicht zudem noch eine weitere Besonderheit, auf die wir später eingehen wollen.

 

Robust und leistungsstark in Schwierigen Umgebungen

Zusätzlich zu der genannten Besonderheit ist die K-70 als einzige Kamera in ihrer Preisklasse vollständig abgedichtet. Alle Bedienelemente und Klappen sind mit Dichtungen versehen, die das Eindringen von Spritzwasser und Dreck verhindern, eine Ausstattung, die üblicherweise erst bei professionellen Modellen an der Tagesordnung ist. Das macht die Pentax K-70 zur absoluten Outdoor-Kamera und Begleiter für jedes Abenteuer. Dabei ist die Abdichtung auf einem kaum vergleichbaren Niveau.

Wir haben die Kamera beispielsweise unter einen voll aufgedrehten Wasserhahn gehalten und es hat ihr tatsächlich auch nach mehrmaligem Wiederholen nichts ausgemacht. Zur eigenen Sicherheit solltet ihr dies jedoch bitte nicht unbedingt nachstellen, es soll lediglich zeigen, dass ein Regenguss oder der Sprühnebel unter einem großen Wasserfall kein Problem für die K-70 darstellen. Das Ganze ist auch spürbar in der Hand, denn entgegen den dem Trend der Konkurrenzmodelle von Canon und Nikon setzt Pentax in der Konstruktion der Kamera auf einen stabilen Rahmen aus Metall. Das macht die Kamera deutlich wertiger in der Haptik und vermittelt einfach ein gutes Gefühl im Gegensatz zu den Kunststoffgehäusen der Mitbewerber. Unser Eindruck von der Kamera: Sie hat eine hervorragende Ergonomie bei kompaktem Design und vermittelt durch das etwas höhere Gewicht sehr viel Sicherheit. Klare Empfehlung für alle Adventure und Outdoor-Fotografen.

Vergleich der Bildqualität und Abbildungsleistung

Obwohl die Pentax K-70 ebenso wie die K-1 Mark II inzwischen nicht mehr zu den brandaktuellen Modellen gehören im Vergleich zur Konkurrenz, geben sie sich in Punkto Bildqualität und Abbildungsleistung keine Blöße. Die Tatsache, dass Ricoh Pentax bei beiden Kameras auf einen Tiefpassfilter verzichtet hat, kommt der Detailschärfe wesentlich zu gute. Im Vergleich zu ähnlichen Modellen schneidet beispielsweise die K-70 noch immer gleichwertig, wenn nicht besser als neuere Modelle von Canon und Nikon mit APS-C Sensor ab.

Der verbaute Bildsensor liefert bis zu Werten von ISO 6400 noch sehr gute Ergebnisse mit unaufdringlichen Bildrauschen und guter Detailwiedergabe. In unserem Vergleich ist sie dabei hinsichtlich Bildrauschen sogar deutlich leistungsstärker als eine Canon EOS 90D, die preislich viel weiter oben angesiedelt ist. Ein ähnliches Bild finden wir auch bei der Pentax K-1 Mark II vor. Der 36,4 Megapixel Vollformatsensor liefert auch bei hohen ISO Werten eine kontrastreiche und rauscharme Wiedergabe, ohne dabei Details oder Farbinformationen vermissen zu lassen. Die Farbwiedergabe der verbauten Sensoren in beiden Kameras ist an dieser Stelle besonders hervorzuheben.

Wie man beim Betrachten von verschiedenen RAW Aufnahmen verschiedener Hersteller schnell erkennt, setzt jeder auf eine andere Farbabstimmung, um den eigenen Bild Stil zu erreichen. Pentax überzeugt dabei durch eine sehr neutrale Farbwiedergabe, die unserem ermessen nach perfekt dem tatsächlichen Eindruck der Szene entspricht. Die RAW Dateien stellen dabei genügend Bearbeitungsspielraum zur Verfügung, um den eigenen Entwicklungsstil kreativ umzusetzen. Im Vergleich zu anderen Vollformat DSLR Kameras wird besonders der gute Kontrast bei schwierigen Lichtbedingungen deutlich, die K-1 Mark II positioniert sich dadurch ganz klar unter den Topmodellen der Spiegelreflex-Klasse.

Nie wieder verwackelte Bilder durch IBIS

Wie bereits in am Anfang erwähnt besitzen sowohl die Pentax K-70, als auch die größere K-1 Mark II einen im Gehäuse verbauten mechanischen Bildstabilisator. Damit ist Pentax eine Konstruktion gelungen, die man bei keinem anderen Hersteller wiederfinden kann. Das Ganze wurde so designt, dass die Gehäuse trotzdem nicht größer ausfallen mussten. Aber neben der äußerst wirksamen Stabilisation des Sensors bieten die beiden Spiegelreflexkameras mit diesem Feature noch weitere Funktionen an, die einzigartig sind auf dem Markt der DSLR. Pentax nutzt die mechanische Stabilisierung gleichzeitig für die sogenannte High Resolution Pixel Shifting Funktion. Hierbei machen beide Modelle in kurzer Abfolge mehrere Aufnahmen und verschieben zwischen den einzelnen Fotos den Bildsensor und wenige Pixel und errechnen aus den Einzelbildern am Ende ein super hochauflösendes Foto, dass qualitativ auf deutlich höherwertigen Kameras in nichts nachsteht.

Diese super hochauflösenden Bilder sind besonders für Landschaftsaufnahmen und Produktfotos gut geeignet. Mit ihnen lassen sich auch sehr große Prints realisieren oder Ausschnittsvergrößerungen ohne merkbaren Qualitätsverlust. Wir lieben jedenfalls die Möglichkeit das Foto im Nachhinein auf unser gewünschtes Format croppen zu können, ohne dabei viele Pixel hergeben zu müssen. Um das meiste dabei herausholen zu können, solltet ihr diese Funktion im Idealfall in Kombination mit einem stabilen Stativ nutzen. In unserem Shop findet Ihr dazu viele Angebote von sehr guten Marken wie Novoflex, Manfrotto, Leofoto, Peak Design, Gitzo, 3 Legged Thing oder Benro. Gerne sind wir euch bei der Auswahl eines passenden Stativs für eure Einsatzzwecke behilflich.

Neben dem bereits erwähnten Pixel Shifting besitz die Pentax K-1 Mark II zudem noch über ein weiteres Feature das uns ganz besonders begeistert hat. Der sogenannte Astrotracer ist eine Funktion, die besonderen Sternen-Liebhaber und Nachtfotografen ungeahnte Möglichkeiten bietet. Ist die Kamera auf einem stabilen Stativ ausgerichtet kann sie den Sensor parallel zum Sternenhimmel verschieben und somit Sternspuren bei längeren Belichtungszeiten minimieren. Hierfür verwendet die Pentax K-1 Mark II das integrierte GPS Modul um die genaue Positionierung der Kamera zu errechnen und den Sensor immer passend zur Ausrichtung der Kamera zu bewegen. Landschaftsaufnahmen bei Nacht mit Milchstraße oder Sternenhimmel werden somit zum Kinderspiel und zusätzliche Gadgets wie Star-Tracker werden nicht benötigt.

Das GPS Modul kann zusätzlich auch noch zum sogenannten Logging genutzt werden. Dabei speichert die Kamera in festen Intervallen die Position mit geografischen Koordinaten um sie später am Computer mit Software wie Google Earth wieder sichtbar zu machen. So lassen sich auch ausgedehnte Touren in der Wildnis perfekt nachvollziehen und besonders gute Foto-Spots einfach wiederfinden. Gleichzeitig kann das GPS Modul während der Wanderung natürlich auch als digitaler Kompass verwendet werden sollte der Mobilfunkempfang mal versagen.

Besondere Ausstattungsmerkmale der Pentax K-1 II

Wie auch die Pentax K-70 hat das High-End Modell K-1 Mark II an allen wichtigen Stellen Dichtungen, die das Eindringen von Wasser und Staub verhindern. Zusätzlich ist die Kamera auch bei sehr kalten Temperaturen von bis zu minus 10 Grad Celsius uneingeschränkt einsatzfähig. Der Hüttentour im Gebirge oder Skitouren steht damit also nichts im Weg. Wie alle Profi-Kameras besitzt auch die Pentax K-1 Mark II zwei Speicherkarten Slots, die je nach Wunsch verschieden genutzt werden können. Zudem ist das Bedienkonzept der K-1 so vielfältig wie einzigartig. Durch die Kombination aus einem fest belegten Funktionsrad über dem Schulter LCD und einen frei belegbaren Daumenrad können unzählige Funktionen direkt abgerufen werden und eingestellt werden, ohne auch nur einmal das Kameramenü aufrufen zu müssen. Das gefällt uns besonders, da die Menüs in den vergangenen Jahren immer voller und umfangreicher geworden sind. Das Menü von Pentax Spiegelreflexkameras ist jedoch sehr übersichtlich. Zwar kommt es im Vergleich mit Canon und Nikon etwas veraltet her, ermöglicht aber schnell und einfach den Zugriff auf alle wichtigen Einstellungen.

Ein weiteres Merkmal, das besonders für Nachtfotografen von Bedeutung ist, ist die Möglichkeit die Displayfarbe umzustellen. Im Nachtmodus ist das Display auf der Rückseite der K-1 Mark II rötlich beleuchtet und blendet so auch in finsterer Nacht nicht. Astrofotografen schätzen dies, da sie so immer auch in der Lage sind den Sternenhimmel mit bloßen Augen mit vollen Details zu genießen. Das Display ist zudem auch ein ganz besonderes Merkmal der K-1. Das Display ist über viel Metallarme mit dem Kameragehäuse verbunden, die dem Display genügend Bewegungsspielraum lassen, um auch in schwierigen Positionen den Blick auf dem Display zu ermöglichen.

Gleichzeitig ist diese Art der Aufhängung unglaublich stabil. Wir haben die Kamera samt angesetztem Objektiv nur am ausgeklappten Display angehoben und dabei kein schlechtes Gewissen bekommen. Die Verbindung ist um einiges robuster als die üblichen Klappmechanismen oder drehbaren Aufhängungen der Konkurrenz. Der Verschluss der K-1 ist zudem für besonders viele Auslösungen konzipiert und soll ohne Probleme bis zu 300.000 Auslösungen verkraften, einen Wert, den kaum eine andere Vollformat-Kamera erreicht. Der starre Magnesiumrahmen sorgt gleichzeitig dafür, dass die High-Tech in Inneren immer bestens geschützt ist und ist gleichzeitig sehr leicht – ideal auch für ausgedehnte Outdoor-Aktivitäten.

Unser Fazit zur Pentax K-70 und K-1 Mark II

Im Vergleich zu den bekannten Größen auf dem Markt der Spiegelreflexkamera sind die beiden vorgestellten Pentax DSLR-Kameras einzigartig und wohl vielen Neueinsteigern kaum ein Begriff. Dabei sind die Ausstattungsmerkmale und Features beider Modelle einzigartig und bei großen Herstellern wie Canon, Nikon und Sony erst bei deutlich teureren Kameras verbaut. Einige Funktionen, wie der Astrotracer sind sogar vollkommen einzigartig und ein Pluspunkt für jeden Landschaftsfotografen und Astrofotografen. Der Stabilisierte Sensor ist eine Hilfestellung, die wir sofort beim Testen spüren konnten.

Die Bildergebnisse auch bei Belichtungszeiten unter einer zehntel Sekunde konnten sich dabei wirklich sehen lassen. Besonders gut gefällt uns die robuste Bauweise, sowohl von der K-70, als auch von der K-1 Mark II. Kleine Regenschauer und kalte Temperaturen können den Kameras nichts anhaben und geben uns ein gutes Gefühl beim Einsatz in der Natur. Die beiden Kameras vermitteln stets ein sicheres Gefühl und sind ergonomisch und funktional konzipiert. Die Bildqualität ist in der jeweiligen Preisklasse ganz oben angesiedelt und nimmt es leicht mit höherpreisigen Konkurrenzmodellen auf.

Für Outdoor-Liebhaber und Landschafts- sowie Astrofotografen können wir also eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Einige kleine negative Aspekte wollen wir jedoch nicht unter den Tisch kehren. So ist mit beiden Modellen die Videoaufnahme nur in Full HD möglich, eine 4K Aufnahmefunktion sucht man vergeblich. Andere Kameras haben dies aktuell bereits als Standard integriert.

Wer also Filmaufnahmen auf der Agenda stehen hat, der sollte sich bei uns im Shop eventuell anders orientieren. Einen weiteren Kritikpunkt, den wir anführen müssen, ist die aggressive Rauschunterdrückung, die teilweise zum Verlust von Details führt, wenn sie aktiviert ist. Unseren Tests nach ist es oft besser, diese Rauschreduzierung am Computer über einen der üblichen RAW-Konverter zu machen. Das war es dann aber auch schon, insgesamt bleibt ein sehr positiver Eindruck von den beiden Kameras aus dem Hause Pentax zurück.

Gerne könnt ihr euch bei uns im Fachgeschäft in Ravensburg selbst von der Qualität und den genannten Features überzeugen. Wenn eure Entscheidung bereits gefallen ist, dann findet ihr HIER alle Pentax Spiegelreflexkameras in unserem Shop. Viel Freude beim Fotografieren und bis zum nächsten Mal, euer Foto Bantle Team