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Drei Beine für ein besseres Foto

25. April 2020
3 Beinige Stative im Test

Ich Packe meinen Koffer…..

…und nehme mit: ein STATIV! Fragt man unsere Kollegen nach dem einem fotografischen Zubehör, auf das sie nicht verzichten wollen, neben der Kamera und Objektiv natürlich, ist es mit Sicherheit das Stativ. Egal in welcher Form, Größe oder welchem Material, Stative ermöglichen Aufnahmen, die anderweitig einfach nicht möglich wären. Welches ist das beste Kamera Stativ? Wir wollen uns deshalb heute Zeit nehmen und euch ein paar wichtige Dinge über Stative zu erklären, damit die Entscheidung für das richtige Stativ leichtfällt. Dabei könnt Ihr uns glauben, DAS richtige Stativ gibt es wahrscheinlich nicht, weshalb wir auch privat bis zu 5 Stative unser Eigen nennen. Je nach Situation und Ausrüstung können sich Vor- und Nachteile völlig neu darstellen.

Warum ist das Stativ so wichtig in der Fotografie?

Immer wieder erleben wir es, dass Kunden von uns nach Ihrem Urlaub von einem spektakulären Ort bei uns im Geschäft vorbeikommen und uns Fragen warum dies oder jenes auf den Fotos nicht so aussieht, wie sie es live erlebt haben. In den häufigsten Fällen ist das Belichten nicht korrekt gewählt oder die Automatik der Kamera hat alle relevanten Werte auf ein “narrensicheres” Niveau gebracht, die leider zu Lasten der allgemeinen Bildqualität geht. Fast immer müssen wir dann antworten, dass ein Stativ in dieser Situation in Kombination mit ein wenig manueller Bedienung Abhilfe verschafft hätte.

Welches Kamerastativ ist das beste?

Für viele Bereiche der Fotografie sind Stative aus den ein oder anderen Gründen unverzichtbar, einige davon wollen wir euch hier kurz erläutern. Sportfotografen haben in der Regel immer sehr lange Teleobjektive in Ihren Kameras, um die Action auch am anderen Ende der Spielfläche einfangen zu können. Diese lichtstarken Tele-Brennweiten sind groß und wegen des vielen Glases auch extrem schwer. Damit dem Fotografen nicht nach wenigen Minuten der Arm wegen der großen Belastung abfällt, nutzen die meisten Sportfotografen ein sogenanntes Monopod – ein Stativ mit nur einem Bein, dass zu Stabilisierung dient und gleichzeitig das Gewicht trägt. So behält sich der Fotograf die Freiheit den Bildausschnitt trotzdem schnell anzupassen und verpasst keine Action. Auch einige Tierfotografen nutzen ein solchen Stativ, wenn sie auf der Jagd nach einem Tollen Foto sind.

>>HIER EIN BILD VON EINEM MONOPOD UND EINEM NORMALEN STATIV<<

 Landschaftsfotografen hingegen setzen fast immer auf ein stabiles Dreibeinstativ. Um die Bildqualität zu maximieren und das beste aus der Kamera herauszuholen ist das Stativ das wichtigste Hilfsmittel für diese Fotografen. Der Dynamikumfang jeder Kamera ist besonders empfindlich, wenn es um die ISO Einstellungen geht, weshalb Landschaftsfotografen in der Regel immer den niedrigsten natürlichen ISO Wert ihrer Kamera nutzen wollen. Schnell führt diese Grundbedingung zu Belichtungszeiten, die jenseits von dem Liegen was auch erfahrene Fotografen aus der Hand fotografieren können. Abhilfe schafft da nur das Stativ, es entkoppelt die Kamera und ermöglicht längere Belichtungszeiten ohne Verwacklungsgefahr. Besondere Beispiele sind hierfür die sogenannten Langzeitbelichtungen, bei denen Fotografen oft mehrere Sekunden oder sogar Minuten Licht auf den Sensor fallen lassen. Besonders effektvoll sind solche Aufnahmen bei sich bewegenden Elementen wie Wasser oder Verkehr.

Auch andere Fotografen verzichten bei Ihrer Arbeit nie auf ein Stativ, dabei spielt Größe, Gewicht und Funktionalität immer eine entscheidende Rolle. Das es nicht immer ein großes unhandliches Stativ sein muss zeigt eines unserer Lieblings-Dreibeine – das Leofoto MT-03. Dieses kleine Tischstativ ist extrem stabil, trägt sogar Vollformat-Kameras mit Teleobjektiven mit Leichtigkeit und passt zusammengeklappt sogar in die Hosentasche. Ihr seht also, es muss nicht immer unhandlich und schwer sein, selbst kleine Tischstative können die fotografische Arbeit um ein Vielfaches erleichtern und erweitern die kreativen Möglichkeiten unendlich.

Aluminium oder Carbon – alles nur Preistreiberei?!

Die Auswahl an Stativen ist viel zu groß, um sich schnell einen Überblick zu verschaffen und eine fundierte Entscheidung zu treffen. Neben der Größe und der Funktionalität steht dabei auch immer die Frage nach dem verwendeten Material ganz weit oben auf der Liste. Eine einfache und kurze Antwort gibt es bezüglich der Materialwahl nicht, daher wollen wir für euch die Vor- und Nachteile erläutern damit ihr eure Entscheidung wohlüberlegt treffen könnt.

Vorteile Carbon-Stative:

  • hohe Steifigkeit / Festigkeit
  • geringes Gewicht
  • sehr korrosionsbeständig
  • hohe Temperaturtoleranz
  • starke Schwingungsdämpfung

Vorteile Aluminium-Stative:

  • preiswerter Einstieg
  • stabiler Stand durch Eigengewicht
  • robust / stoßfest

Wie erkenne ich das beste Kamera Stativ? Ein Foto sieht man in der Regel nicht an, mit welchen Stativ es aufgenommen wurde. Ausnahmen sind natürlich vollkommen wacklige Gestelle die zu unscharfen Aufnahmen führen. Allerdings gibt es Aspekte, die ganz klar für das eine oder andere Material sprechen. Studiofotografen beispielsweise legen weniger Wert auf die Gewichtsersparnis eines Carbon-Stativs. Hier steht die maximale Stabilität ganz klar im Vordergrund. Zudem sollte ein guten Studiostativ auch eine vernünftige Arbeitshöhe ermöglichen. Vielen greifen daher in diesem Fall zu Klassikern wie der Manfrotto 055 Serie.

Die großen Studio-Stative von Manfrotto sind sehr gut geeignet für großes Equipment und tragen auch größere Video-Kits ohne Mühe. Allerdings wiegen diese Stative deutlich zu viel, um sie gemütlich auf den Gipfel eines Berges zu tragen. Unsere Empfehlung zum Material geht daher ganz klar nach der zu erwartenden Verwendung. Für Studioarbeit, Fotografie Zuhause und im Garten ist ein Aluminiumstativ vollkommen ausreichend. Wenn es auch im Urlaub und den Outdoor-Abenteuern dabei sein soll ist Carbon oft die bessere Wahl. Die Kohlefaser-Struktur von Carbon-Stativen trägt auch schwere Ausrüstung, ohne dabei sehr zu schwer ins Gewicht zu fallen.

Zudem werden Carbon-Stative auch bei sehr kalten Temperaturen selbst nicht wirklich unangenehm beim Anfassen. Aluminium überträgt die Kälte sehr stark und lässt sich gerade im Winter unangenehmer verwenden, dies aber nur als sehr subjektive Randnotiz. Bei guter Pflege sind beide Materialien sehr langlebig und können ein Fotografenleben ohne Probleme überstehen. Falls ihr euch für eine Variante in Carbon entscheiden solltet, achtet jedoch darauf, dass es reine Carbon-Stative gibt und “carbonisierte” Stative. Letztere bestehen im Inneren oft aus einfachem Kunststoff und werden nur für die Optik mit Carbon ummantelt.

Darüber hinaus gibt es erhebliche Unterschiede in der Fertigung von Carbon-Stativen. Je nach Fertigungsmethode wird mehr oder weniger Steifheit erreicht. Aus diesem Grund sind auch die großen Preisunterschiede von Stativen zu erklären. Auch die verwendeten Materialien für die Stativ-Schulter können hier Einfluss nehmen. Besonders hochwertige Stative nutzen Magnesium oder gefrästes Aluminium, günstige Modelle setzen oft auf gegossenes Aluminium.

Abschließend ist unser Gedanke wie folgt: Seid ihr auf der Suche nach einem Einsteiger-Stativ um euch mit der Arbeitsweise vertraut zu machen, dann wählt ein solides Aluminium-Stativ im Preissegment zwischen 100€ und 200€. Wenn Ihr jedoch auf der Suche nach einer langlebigen Lösung seid, die auch mit der wachsenden Fotoausrüstung zurechtkommt, dann nehmt euch die Zeit zwischen Carbon und Aluminium abzuwägen und freundet euch mit dem Gedanken an 200€ oder mehr zu investieren.

Abschließende Gedanken zum Stativkauf

Wie finde ich das beste Kamera Stativ? Damit ihr euch jetzt Gedanken machen könnt über das perfekte Stativ für eure Anforderung wollen wir euch noch einige Fragen mitgeben, die euch die Entscheidung leichter machen können.

  • Wie schwer darf mein Stativ sein damit ich es noch mitnehmen würde?
  • Welche Arbeitshöhe sollte minimal und maximal möglich sein?
  • Drehverschlüsse oder Klemmverschlüsse?
  • Wird das Stativ in extremen Bedingungen eingesetzt? (Hitze/Kälte/Salzwasser/Wüste)

Ein brandheißer Tipp ist das gerade neu erschienene Peak Design Travel Tripod für alle die platzsparend und funktional unterwegs sein wollen. Genaueres dazu gibt es demnächst in unserem Testbericht zu dieser lang erwarteten Stativ-Innovation. Einen ersten Blick könnt ihr bereits bei uns im Shop werfen.

Privat sind unsere Kollegen bisher vor allem mit Stativen von Manfrotto, Leofoto, Novoflex und Benro unterwegs. Darüber hinaus gibt es jedoch noch eine vielzahl von renommierten Marken und wenn euch jetzt noch Fragen unter den Fingernägeln hängen dann raus damit. Ansonsten bis zum nächsten mal, macht tolle Fotos, euer Foto Bantle Team.