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Das neue Ultraweitwinkel Sony FE 12–24 mm F2.8 GM

13. Juli 2020
Das neue Sony FE 12–24mm F2.8 GM

Sony FE 12–24 mm F2.8 GM – Der neue Standard im Ultraweitwinkel

Lange haben wir gemutmaßt und uns verschiedene Szenarien ausgemalt und nun hat Sony endlich ernst gemacht und der Welt ein Objektiv vorgestellt – und was für ein Objektiv es geworden ist! Die Gerüchte der letzten Wochen waren bereits ziemlich konkret bezüglich der erwarteten neuen Linse und fast alles hat sich nun bestätigt. Mit dem neuen Sony FE 12–24 mm F2.8 GM hat Sony das lichtstärkste Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv der Welt entwickelt und ihm gleich alle High-End Features der Sony G-Master Serie spendiert. Wir wollen euch heute alle Eckdaten und Eigenschaften dieses neuen Premium-Objektivs vorstellen.

Erster Eindruck und Merkmale des Sony FE 12–24 mm F2.8 GM

Wer mit den lichtstarken Ultraweitwinkeln von anderen Marken, wie dem Nikon 14-24mm F2.8, vertraut ist, dem wird direkt die relativ kompakte Größe des neuen Sony Objektivs in die Augen fallen. Das Objektiv ist mit knapp 14 Zentimeter Länge und maximal 9,8 Zentimeter Durchmesser relativ klein im Vergleich. Nimmt man es in die Hand, spürt man jedoch sofort die aufwendige Konstruktion im Inneren. Unter der hochwertigen Außenhülle verbergen sich 17 Linsen in 14 Linsengruppen, die für perfekte optische Qualität sorgen sollen. Insgesamt bringt das Objektiv laut Sony 847 Gramm auf die Waage und ist damit sicher kein Leichtgewicht. Auffällig ist auch, wie bei diesen Linsen üblich, das sehr große gewölbte Frontelement des Ultraweitwinkels. um diese Frontlinse so gut es geht zu schützen hat das Objektiv eine fest verbaute Streulichtblende, über die sich auch der Stülpdeckel schiebt, wenn man das Objektiv abdeckt. Wir finden also kein Filtergewinde an dem Objektiv, was jedoch in Anbetracht des Bildwinkels auch nicht verwunderlich ist. Wer das Objektiv also mit Filter in der Landschaft einsetzen will, der muss auf die Konstruktion von Filterhaltern warten, die über die feste Streulichtblende geschoben werden oder auf die Entwicklung von Filtern für das hintere Linsenelement am Bajonett warten. Beides soll laut Sony und anderen Herstellern bereits in der Pipeline sein und wird daher nicht lange auf sich warten lassen.

Das Äußere des Objektivs ist, wie bei allen Objektiven der G-Master Serie hochwertig und macht einen unfassbar wertigen Eindruck. Die gummierten Kontrollringe für Fokus und Brennweite geben volle Sicherheit beim Einstellen der gewünschten Werte. Daneben finden sich an der Weltneuheit noch ein Sony typischer Fokus-Hold Knopf, sowie ein Umschalter für den Fokusbetrieb. Uns gefällt die Möglichkeit den Fokusmodus hier umschalten zu können sehr gut, das geht einfach und viel schneller als über das Kamerainterne Menü.

Die kompakte Größe und das moderate Gewicht machen das neue Weitwinkelobjektiv zu einem sehr guten Begleiter an den Sony Vollformat Systemkameras. Handgehaltene Fotografie ist durch sehr gute Balance und Ergonomie kein Problem. Natürlich ist das Sony FE 12–24 mm F2.8 GM, wie alle anderen G-Master Linsen perfekt abgedichtet und schreckt so vor keinem Outdoor-Einsatz zurück.

Im Lieferumfang findet sich übrigens neben der sehr guten gepolsterten Objektivtasche der G-Master Serie auch noch eine Filterschablone. Diese können Fotografen nutzen, um sich selbst Filterfolien für das hintere Linsenelement zuzuschneiden, ein nettes Gimmick wie wir finden. Trotzdem hoffen wir natürlich auf die zeitnahe Entwicklung von passenden Filtern von Sony oder anderen Herstellern.

Ausstattung des Sony FE 12–24 mm F2.8 GM

Wie bereits erwähnt, befindet sich im Inneren des neuen Objektivs eine hochkomplexe Anordnung von Linsen, die den höchsten Qualitätsansprüchen gerecht werden sollen. Zu der Konstruktion zählen beispielsweise 3 asphärische Linsenelemente, die auch bei dem extremen Weitwinkel von 12mm eine Auflösung garantieren sollen, die besonders in den hochauflösenden Alpha 7R Kameras erreicht werden. Eines dieser Elemente ist das extrem gewölbte Frontelement, welches sich in dieser Form bei keinem anderen Objektiv wiederfindet. Hinzu kommen verschiedene ED Linsen, die Farbfehler wie chromatische Aberrationen verhindern sollen. Gleichzeitig hat Sony dem neuen Flaggschiff-Weitwinkel eine besondere Linsenvergütung spendiert, die Lichtreflexe minimieren soll und unerwünschte Effekte wie Ghosting ausschließen soll. Wie gut diese Fehler in der Praxis tatsächlich kontrolliert werden können müssen wir jedoch noch abwarten. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass Sony uns in diesem Bereich nicht enttäuschen wird, da die jüngsten G-Master Objektive bereits weltweit Standards in dieser Disziplin gesetzt haben.

Die konstante Offenblende von F2.8 ist eines der beeindruckendsten Merkmale bei solch einem Ultraweitwinkel. Noch nie ist es einem Hersteller gelungen diesen Wert bei einem Zoombereich ab 12mm im Kleinbildformat zu erreichen. Dabei setzt Sony auf neun abgerundete Blendenlamellen, die Arbeit im Nahbereich ein schönes Bokeh hervorrufen sollen und gleichzeitig wunderschöne Sonnensterne produzieren sollen. Für die meisten Anwender wird letzteres ein gutes Argument sein, denn ein schöner Sonnenstern schmückt jede Landschaftsaufnahme. Die lichtstarke Offenblende richtet sich aber ganz klar auch an alle Fotografen, die sehr häufig mit wenig Licht arbeiten wollen oder müssen.

Als erstes denken wir hier natürlich an die Astrofotografen dieser Welt. Das Sony 12-24mm F2.8 Objektiv bietet die Möglichkeit Sterne oder die ganze Milchstraße gleichzeitig mit einem Riesen Bildwinkel der Landschaft zu komponieren. Der Bildwinkel von maximal 122 Grad wird nur von Festbrennweiten überboten und bietet Platz, um auch die größten Gebirgszüge gleichzeitig mit aufs Foto zu bannen. Die Naheinstellgrenze von 28 Zentimetern ist dabei kurz genug, um auch sehr nahe Vordergründe perfekt abzubilden. Landschaftsfotografen werden sich nach diesen Werten die Finger reiben.

Natürlich bieten Ultraweitwinkel-Objektive aber auch Anreize für ganz andere Fotografen, die den speziellen Look solcher Objektive in Ihrer Arbeit einsetzen wollen. Auch an diese Fotografen hat Sony gedacht und dem Sony FE 12–24 mm F2.8 GM gleich vier XD-Linearmotoren für den Fokusantrieb spendiert. Diese Motoren sorgen für einen wahnsinnig schnellen Autofokus, der auch mit dem Tracking von schnellen Objekten keine Probleme haben sollte. Action- und Sportfotografen nutzen häufig den speziellen Look der Weitwinkelobjektive, um das Extrem der Sportler noch stärker in den Vordergrund zu stellen. Die linearen Motoren sind zusätzlich auch noch ein sehr beliebtes Ausstattungsmerkmal bei alles Videografen und Filmemachern. Der konstante lineare Antrieb sorgt für wiederholbare Fokusbewegungen, dem sogenannten Focus-Pulling, und garantiert dadurch die perfekte Kontrolle bei jeder Einstellung. Zusätzlich ist das Objektiv parfocal – was bedeutet, dass sich der Fokus beim Zoomen nicht verstellt – ebenfalls ein sehr beliebtes Feature beim Filmen.

Die ersten frei verfügbaren Tests und die berühmten MFT Tabellen versprechen in Sachen Bildqualität einiges.  Maximale Auflösung und Schärfe bis in die Bildecken sind nur einige der Qualitäten, die das neue 12-24mm Objektiv auszeichnen. Einige Quellen berichten jedoch, dass die maximale Abbildungsleistung erst erreicht wird, wenn man das Objektiv etwa eine Blendenstufe zu macht. Für Landschafts- und Architekturfotografen ist dies jedoch keine schlechte Nachricht, da hier in der Regel mit geschlosseneren Blenden fotografiert wird. Auf Beispielbildern ist der Unterschied jedoch auch erst in extremen Vergrößerungen zu sehen und spielt daher in der Realität wohl kaum eine Rolle.

Unser Fazit zum Sony FE 12–24 mm F2.8 GM

Das neue Ultraweitwinkel aus dem Hause Sony ist ganz klar ein Premium Produkt, das mit Premium-Leistung seinen stolzen Preis von über 3.000€ rechtfertigen möchte. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend und liefern Belege für die exzellente Qualität dieses bisher weltweit einzigartigen Objektivs. Wie schon bei allen anderen High-End Objektiven von Sony verspricht das Kürzel G-Master beste Leistung ohne Kompromisse. Typische Schwächen von Ultraweitwinkel-Objektiven finden sich zwar auch bei dem neuen Flaggschiff, sind aber deutlich besser unter Kontrolle als bei ansatzweise vergleichbaren Objektiven. Über die Verfügbarkeit des neuen Objektivs herrscht bisher noch keine endgültige Klarheit, es wird jedoch häufiger von Anfang September in Europa gesprochen. Der erste Eindruck des Objektivs ist durchaus positiv, auch wenn der Preis noch einige Bedenken weckt. Die Möglichkeit am hinteren Linsenelement Filterfolien einzusetzen ist zwar löblich, wir hätten uns jedoch eine Drop-In Lösung wie bei High-End Teleobjektiven gewünscht. Wahrscheinlich ist dies jedoch wegen der komplexen optischen Konstruktion nicht möglich.

Das Sony 12-24mm F2.8 Objektiv wird sicher in einigen Bereichen der Fotografie neue Standards setzen, ist jedoch so weit spezialisiert, das viele Fotografen auch mit den bereits bestehen Objektiven wie dem Sony 16-35mm F2.8 G-Master oder dem 12-24mm F4 G eine passende Lösung haben. Sony zeigt mit der neuen Linse einmal mehr wie gut die Ingenieure sind und überzeugt mit kompromissloser Leistung und exzellenter Qualität. Wir sind gespannt darauf das Objektiv bald zu ersten Mal selbst in den Händen halten zu dürfen und werden unsere Erfahrungen dann natürlich wieder mit euch Teilen. Zum Abschluss bleibt uns daher nichts weiter als euch noch die technischen Highlights aufzulisten. Bleibt gesund und tolle Bilder wünscht euer Foto Bantle Team.

Technische Daten des Sony FE 12–24 mm F2.8 GM

  • Sony E-Mount Vollformat
  • 17 Linsen in 14 Linsengruppen
  • Bildwinkel von 112 bis 84 Grad im Vollformat
  • maximale Blende F2.8, minimale Blende F22
  • 9 abgerundete Blendenlamellen
  • Naheinstellgrenze 28 Zentimeter
  • feste Streulichtblende in Blütenform
  • Gewicht 847 Gramm
  • Größe 13,7 x 9,8 Zentimeter
  • Lieferumfang: Objektiv, Objektivdeckel vorne/hinten, Objektivtasche, Filterschablone