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Atomos Recorder und Field-Monitore im Praxis Test

21. September 2020
Atomos Recorder und Field-Monitore

Herausragende Technik in den neuen Atomos Recorder und Field-Monitore

In den vergangenen Jahren sind die Anforderungen an Fotografen in vielen Disziplinen immer weitergewachsen. Kaum eine professionelle Sparte kommt inzwischen ohne das Angebot von Videoaufnahmen davon und fast jede potente Foto-Kamera ist nun auch eine sehr leistungsstarke Videokamera. Dies führte beispielsweise auch zum langsamen Aussterben der zeitweise sehr beliebten Camcorder.

Die Anforderungen an Videoaufnahmen sind jedoch parallel auch immer weiter gestiegen und selbst private Youtube Kanäle achte inzwischen auf Details, die nicht jede Kamera im Stande ist zu leisten. Wie im Bereich der Fernseh- und Kinoproduktionen haben sich daher im vergangenen Jahrzehnt externe Monitore und Recorder immer weiter durchgesetzt. Im Bereich Digitalkamera ist Atomos der erfolgreichste Hersteller, wenn es um Lösungen für ambitionierte und professionelle Videografie geht. Aber auch Fotografen erfreuen sich immer öfter an den kompakten und leistungsstarken Monitoren, die oft deutlich besseren Einblick in das Bildmaterial bieten. Welche Möglichkeiten mit Atomos-Geräten bestehen und wo die unterschiede liegen, das und mehr wollen wir euch heute vorstellen.

Welche Vorteile bietet ein externer Field-Monitor?

Jeder von euch wird sich schon in Situationen wiedergefunden haben, wo er auf dem Display einer Digitalkamera einfach nichts erkennen konnte. Sei es durch die starke Sonneneinstrahlung oder auch durch die verhältnismäßig geringe Auflösung des Displays. Die sogenannten Field-Monitore werden in der Regel über einen HDMI Ausgang an der Kamera angeschlossen und liefern auch das Live Signal vom Display eurer Kamera. Befindet ihr euch im Live View der Kamera bekommt ein Field Monitor je nach Kameramodell sogar das direkte Signal vom Sensor ohne weitere Verarbeitung.

Was ist ein Field Monitor?

Die Field Monitore haben dabei in der Regel eine deutlich höhere Auflösung als das Display auf der Kamera und können zudem deutlich heller reguliert werden. Somit habt ihr auch unter sehr sonnigen Bedingungen immer einen perfekten Blick auf das Bildmaterial. Kontraste werden ebenfalls deutlich besser dargestellt, weshalb inzwischen auch viele Fotografen den Einsatz eines externen Monitors dankend in Kauf nehmen. Neben der generellen Darstellung kann ein externer Monitor jedoch auch andere Vorteile mit sich bringen. So bieten viele Monitore Zusatzfunktionen wie Focus Peaking, Belichtungswarnungen oder Live Histogramme an. Nicht jede Kamera hat diese Features bereits integriert und so wertet ein guter Field Monitor eure Kamera und sinnvolle Zusätze auf. Für Videoaufnahmen kommen dann eventuell noch weitere Features hinzu wie etwa die Wellenform oder auch Seitenverhältnisse. Letztere sind gerade bei ambitionierten Videografen sehr beliebt, da diese nicht selten mit sehr speziellen Seitenverhältnissen arbeiten, um ihren gewünschten Look zu erreichen.

Atomos Shinobi und Shinobi SDI – High End Field Monitore

Atomos verbindet in ihren Produkten dabei all diese Vorteile mit Branchenstandards, die sogar in professionellen Produktionen eingesetzt werden. Reine Field Monitore von Atomos sind beispielsweise der Atomos Shinobi oder Shinobi SDI. Beide haben hervorragende Eigenschaften und zeigen Bilder und Videos in einer Qualität, die kein Kameradisplay erreicht. Mit einer Bilddiagonalen von 5 Zoll sind diese beiden Monitore zudem deutlich größer als der Standard-Display einer Kamera und bieten eine viel bessere Übersicht. Komposition und Bewertung sind dadurch viel komfortabler möglich und mit gerade einmal knapp 200 Gramm sind die Monitore leicht genug, um sie einfach auf dem Blitzschuh der Kamera anzubringen. Natürlich bieten die Monitore aber auch die Anschlussmöglichkeit über übliche ⅜ Zoll und ¼ Zoll Schraubgewinde.

Welcher Video Monitor ist gut zum filmen

Wem die reine Ansicht des Bild- oder Videomaterials nicht genug ist, der kann sich auf den Shinobi Monitoren zusätzlich noch eine Menge Informationen anzeigen lassen. Neben den üblichen Histogrammen und Wellenformen bieten die Atomos Monitore auch an in das Bild herein zu zoomen bis zu einer Vergrößerung von 4:1. Darüber hinaus könnt ihr euch ein sogenanntes Vectorscope anzeigen lassen, welches euch sehr genaue Rückmeldung über eure Farben und deren Sättigung gibt. Besonders für Videomaterial, das Sendefähig sein soll ist dies besonders wichtig, um die Vorgaben von Sendeanstalten einhalten zu können. Zudem hilft es euch dabei zu bewerten, ob eure Farben akkurat und richtig sind. Auch die Unterstützung für anamorphe Videoaufnahmen ist in den kleinen Monitoren bereits integriert.

Videomonitore mit gutem Farbprofil

Wer viele Videos produziert, dem ist der Begriff “LUT” oder “Look Up Table” sicher kein Fremdwort. Hierbei handelt es sich vereinfacht gesagt um sogenannte Farbprofile, die Ihr euren Videos nach der Aufzeichnung verpassen könnt, ganz ähnlich einem Preset oder Style in der Fotografie. Die Atomos Geräte gehen diesbezüglich noch einen Schritt weiter, denn sie ermöglichen es euch die LUT´s bereits live während der Aufnahme anzuzeigen. Dafür müsste ihr die gewünschten LUT´s einfach auf den Atomos Shinobi kopieren und könnt diese dann auf dem Interface auswählen.

HDR und Audio

Natürlich kann die aktuelle Generation der Monitore auch HDR Signale anzeigen. So ermöglicht der leistungsstarke Monitor die Wiedergabe von mehr als 10 Stops an Dynamikumfang live. Dies ist besonders wichtig, wenn ihr für einen Klienten filmt und dieser gleich mal einen Blick auf das Live-Bild werfen möchte. Er oder Sie sieht nun ein vollkommen lebendiges Bild, das schon sehr genaue Rückschlüsse zum zu erwartenden Endergebnis zulässt. Gerade bei sehr flachen Farbprofilen wie Log oder Cine ist dies sehr hilfreich.

Gleichzeitig könnt ihr euch auch die Audiosignale der Aufnahme anzeigen lassen und den Ton direkt über den Klinkenausgang am Shinobi mit abhören. Dies freut besonders alle Besitzer einer Kamera ohne eigenen Kopfhörerausgang. Die SDI Variante des Shinobis verfügt zudem über einen gleichnamigen SDI Ausgang, der die kabellose Live-Übertragung von 4K Bild und Video zulässt. Besonders für Streaming-Anwendung oder Live-Broadcasting bei Events ist dies von unschätzbarem Wert. Vorbei sind die Zeiten von Kabelträgern und Signalverlust durch zu lange Kabelstrecken.

Warum einen externen Recorder nutzen, wenn die Kamera auch 4K filmt?

Zu den grundlegenden Vorteilen eines externen Recorders zählen natürlich alle genannten Punkte im obigen Teil des Beitrags genauso. Hinzu kommen noch einige Funktionen, die einfach unerlässlich sind für professionelle Aufnahmen und ohne die niemand mehr ein qualitativ hochwertiges Video drehen kann. Viele Kameras sind in der Lage Videos in höchsten Auflösungen aufzuzeichnen, neueste Systemkameras unter bestimmten Umständen bis hoch zu 8K. Allerdings kommt es bei der internen Aufnahme in der Kamera selbst oft zu tiefgreifenden Einschränkungen, die deutliche Qualitätsunterschiede zur Folge haben. Ein erster Vorteil des externen Aufzeichnens ist die unbegrenzte Aufnahmedauer.

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Viele Fotokameras haben zwar ein super Videosignal, können aber aus Steuerrechtlichen Gründen nicht länger als 29 Minuten und 59 Sekunden aufzeichnen. Zum Teil hängt dies auch damit zusammen, dass sich die Kameras während der Aufnahme deutlich erhitzen und es bei zu langer Belastung auch zur Überhitzung und Schäden kommen könnte. Ein externer Recorder wie die von Atomos verfügen über eine SSD Festplatte als Speichermedium und zeichnen so lange auf, wie Speicherplatz und Stromversorgung gewährleistet sind. Somit lassen sich auch lange Aufnahmen wie etwa bei Sportveranstaltungen oder Aufführungen ohne Unterbrechung aufzeichnen.

Braucht man wirklich einen externen Monitor?

Ein weiterer großer Vorteil von externen Recordern ist, dass sie abhängig vom Kameramodell ein ungefiltertes Signal direkt vom Bildsensor der Kamera bekommen und so ein viel reineres und informationsreicheres Eingangssignal nutzen können. Das Signal enthält beispielsweise viel mehr Farbinformationen und Dynamikumfang als das verarbeitete Signal innerhalb der Kamera. So ist auf den externen Recordern von Atomos beispielsweise eine 4K Aufnahme mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde möglich, obwohl die Kamera intern nur 30 Bilder aufzeichnen kann. Gerade für Zeitlupen oder cineastische Effekte ist diese Möglichkeit einfach unverzichtbar. Natürlich lassen sich parallel dazu auch alle Hilfen nutzen, die wir bereits angesprochen haben. Der Datentransfer von einem externen Recorder ist zudem viel schneller, da die SSD einfach über ein Dock an den Computer angeschlossen werden kann und so viel höhere Übertragungsraten erreicht werden.

Externe Recorder von Atomos für deine Videoproduktion

Für die Arbeit in Kombination direkt mit einer Digitalkamera, egal ob Spiegelreflex (DSLR) oder spiegelloser Systemkamera (DSLM), bietet Atomos im Wesentlichen zwei verschiedene externe Recorder an. Für alle, die es kompakt und portabel haben wollen ist der Atomos Ninja V die richtige Wahl. Wer noch mehr Übersicht haben will und einen größeren Monitor als 5 Zoll nutzen möchte, für den ist der Atomos Shogun 7 die richtige Wahl. Uns hat jedoch besonders der kleinere Ninja V überzeugt, der er verzichtet nicht auf Leistung und bietet dabei gleichzeitig alle wichtigen Features für eine professionelle Produktion.

Technische Unterstützung

Mit bis zu 60 Frames bei einer Auflösung von 4K nimmt der kompakte 5 Zoll Recorder Videosignale von höchster Güte auf. Dabei unterstützt er auch neueste Profile wie ProRes RAW und Apple ProRes. In Full HD sind sogar bis zu 240 Bilder die Sekunde möglich und das ganze bei maximaler Bitrate damit euch keine Farben verloren gehen oder unschöne Artefakte das Bild stören. Je nach verbauter SSD Festplatte sind so Aufnahmen in höchster Qualität von bis zu 150 Minuten Länge möglich.

Was macht die Atomos Recorder und Field-Monitore so besonders?

Damit die Nachbearbeitung einfacher gestaltet wird unterstützt der leistungsstarke Recorder natürlich auch Timecode und das beliebte Pre-Roll Recording. Dabei werden bereits die letzten 7 Sekunden vor Beginn der Aufnahme mit aufgenommen, um keinen Moment zu verpassen. Gerade bei Action und Sport ist dies besonders hilfreich. Das robuste Metallgehäuse lässt euch in keiner lebenslange im Stich und mit nur knapp 360 Gramm ist der Recorder angenehm leicht und keine schwere Ergänzung in eurem Kit. Die hervorragende Helligkeit von über 1000 nits und die Anzeige in HDR und SDR geben euch dabei immer perfekte Einsicht in eure Aufnahme. Auch sehr kontrastreiche Szenen werden mit hohem Dynamikumfang angezeigt und aufgezeichnet. Natürlich kann euer Videomaterial dabei wie auch bei den Shinobi Monitoren direkt mit einem gewünschten LUT live angezeigt werden.

Wie wichtig Youtube Produktionen und Gaming Content in den vergangenen Jahren geworden sind, zeigt die Integration von Konsolen- und Uploadsupport. Der Ninja V von Atomos unterstützt die direkte Aufnahme des Signals einer Spielekonsole und bietet zudem die Möglichkeit Aufnahmen direkt Upload-bereit für Youtube oder andere Social Media Plattformen vorzubereiten. Somit entfallen lästige Setups mit mehreren Computern zum Spielen und Aufzeichnen gleichzeitig. Über Zubehör lässt sich der Atomos Ninja V genauso wie die größeren Recorder in professionelle Setups einbinden. SDI Verbindungen und Netzwerkstreaming sind hier die Stichwörter.

Warum empfehlen wir externe Monitore und Recorder?

Eigentlich ist die Antwort ganz einfach: externe Monitore und Recorder bieten Funktionen, die Kameras derzeit intern einfach nicht leisten können und ermöglichen es auch mit einfacherem Equipment Ergebnisse zu produzieren, die sich auch vor professionellen Produktionen nicht verstecken brauchen. Sie ergänzen eine moderne Systemkamera und Funktionalitäten und schöpfen das Potential der verbauten Sensoren erst richtig aus. Auch für Fotografen können diese Monitore eine unschätzbare Hilfe sein beim Komponieren und Bewerten der Bilder.

Die Farbwiedergabe, Schärfe und generelle Qualität der Atomos Displays ist deutlich besser als die von Displays und Suchern an aktuellen Kameras. Die großen Datenmengen moderner Kameras ist zudem nicht wirklich komfortabel handle bar mit einfachen Speicherkarten oder Kartenlesern. Ein externer Recorder beschleunigt den Workflow um einiges und schafft mehr Raum kreativ zu sein. Kunden mit Einschränkungen im Bereich der Augen profitieren zudem von der größeren Darstellung auf externen Monitoren. Aber auch abseits der Fotografie und Videografie können die Atomos-Geräte sinnvoll eingesetzt werden, wie etwa beim Streamen oder Live-Broadcasten von Events oder der Konsole.

Fazit

Wer einmal mit einem leistungsstarken externen Monitor gearbeitet hat, der wird immer wieder vom Display der eigenen Kamera erschrocken sein. Die Modelle, die wir euch heute vorgestellt haben, findet ihr natürlich in unserem Shop. Fragen dazu beantworten wir euch wie immer gerne persönlich, am Telefon oder auch via Mail. Bis dahin, gutes Licht und bleibt gesund, euer Foto Bantle Team